METAMORPH

me|ta|morph: seine Gestalt, seinen Zustand wandelnd

Geschätzte Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher,

Wenn wir heutzutage auf Epochen wie die Klassik oder die Romantik zurückblicken, denken wir oft an sehr klar abgegrenzte künstlerische Strömungen. Dabei vergessen wir jedoch, dass erst unser zeitlicher Abstand eine solche Einteilung überhaupt möglich macht. Nur sehr selten lassen sich klare Grenzen zwischen zwei Epochen oder Strömungen ziehen. Denn in den allermeisten Fällen verlaufen diese Übergänge fliessend, wobei die Kunst langsam und stetig ihre Gestalt wandelt.

Das Programm des heutigen Abends widmet sich ebendieser Metamorphose der Flötenmusik. Es erwarten Sie Werke von drei Komponisten, welche Vertreter sehr unterschiedlicher Strömungen waren. Doch trotz all dieser Unterschiede lassen sich auch Berührungspunkte und gemeinsame Einflüsse finden. So lade ich Sie herzlich dazu ein, Parallelen zu entdecken, die erst auf den zweiten Blick sichtbar werden und Gemeinsamkeiten zu hören, wo Sie diese nie vermutet hätten.

Viel Spass im Konzert!

Fabian Tschopp
 

Programm

 

Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791

Ouvertüre zur Oper «Die Zauberflöte» (KV 620)*

 

Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791   

Konzert in C-Dur für Flöte, Harfe und Orchester (KV 299)

Kadenzen von Carl Reinecke

 

Claude Debussy 1862-1918

Syrinx (la flûte de Pan) für Flöte solo (L. 129)

 

Carl Reinecke 1824-1910

Konzert in D-Dur für Flöte und Orchester (op. 283)

 

*wird nur am 21.01.22 gespielt

 

W. A. Mozart, Ouvertüre zur «Zauberflöte» nur am 21.01.22

 

Wenn es ein Werk eines Komponisten gibt, welches keiner grossen Einführung bedarf, ist es wohl die weltberühmte Oper «Die Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart. Das erst kurz vor seinem frühen Tod fertiggestellte Singspiel gehört heute zu den bekanntesten und weltweit am häufigsten inszenierten Bühnenwerken.

Die Ouvertüre beginnt mit einem dreimalig erklingenden Akkord, welcher an das dreimalige Anklopfen an eine Freimaurerloge erinnern soll, und verweist damit auf eine Symbolik, welche sich an diversen Stellen in der Oper wiederfinden lässt. Im darauffolgenden Fugato-Teil bedient sich Mozart einer Melodie aus der Feder Muzio Clementis, einem berühmten Komponisten und Zeitgenossen Mozarts. Hier erklingt diese Melodie, welche einer Klaviersonate entstammt, in neuer Gestalt und mit neuem Kontext und stellt damit schon ein erstes Beispiel für die wunderbare Metamorphose der Musik dar.

 

 

W. A. Mozart, Konzert in C-Dur für Flöte, Harfe und Orchester

 

Das Doppelkonzert entstand höchstwahrscheinlich im Frühjahr 1778 im Auftrag eines französischen Herzogs. Dieser Herzog spielte selbst Flöte und hatte eine Tochter, welche Harfe spielte. Mozart unterrichtete ebendiese Tochter in Komposition, wobei er sie in einem Brief jedoch als «von herzen dumm, und dann von herzen faul» beschreibt.

Die Harfe war zu jener Zeit ein Modeinstrument der gehobenen französischen Gesellschaft, jedoch unterschied sie sich noch stark von den heutigen Instrumenten. Sie war noch kein festes Orchesterinstrument und galt aufgrund von technischen Mängeln eher als «schlechtes Klavier». Auch die Flöte befand sich in einer baulichen Entwicklungsphase und erst kürzlich erfolgte Neuerungen erlaubten es überhaupt, das Werk in C-Dur zu schreiben, da ältere Instrumente noch das d’ als tiefsten Ton aufwiesen.

Das Stück gehört zu den anspruchsvollsten Harfenkonzerten, wobei die Schwierigkeit nicht primär in der Virtuosität, sondern vor allem darin liegt, dass die Harfenstimme sehr ungünstig gesetzt ist.

Die gespielten Kadenzen stammen von Carl Reinecke, welcher seinerseits als hervorragender Mozart-Interpret am Klavier galt.

 

 

Claude Debussy, Syrinx (la flûte de Pan)

 

Debussy gilt als Hauptvertreter des musikalischen Impressionismus, einer Stilrichtung, welche ebenso wie der Impressionismus in der Malerei und Literatur, versuchte, Eindrücke von Augenblicken darzustellen. Somit liegt das Hauptaugenmerk impressionistischer Komponisten auf dem Klangbild und weniger auf der Form der Musik, wie es beispielsweise in der Wiener Klassik der Fall war. Trotzdem hegte Debussy gegenüber klassischen Komponisten wie Mozart grossen Respekt.

«Syrinx» komponierte er im Jahr 1913 ursprünglich als Bühnenmusik zu einem Drama von Gabriel Mourey namens «Psyché». Die Regieanweisung sah vor, dass das Stück hinter einem Paravent und somit für das Publikum unsichtbar gespielt wird.

Der Titel des Stückes bezieht sich auf den Verwandlungsmythos der Nymphe Syrinx. Auf der Flucht vor dem Hirtengott Pan wurde sie in Schilfrohr verwandelt. Daraus setzte Pan dann eine siebentönige Flöte zusammen, auf der er seine Sehnsucht nach Syrinx beschwor.

 

 

Carl Reinecke, Konzert in D-Dur für Flöte und Orchester

 

Während die Flöte im 18.Jahrhundert zu den beliebtesten Instrumenten gehörte, trat sie in der Romantik als Soloinstrument eher in den Hintergrund, da sie sich (auch aufgrund ihrer damaligen Bauform) klanglich gegen ein grosses romantisches Sinfonieorchester weniger gut durchsetzen konnte als beispielsweise ein Klavier oder eine Violine. Eines der wenigen existierenden romantischen Konzerte für Flöte stammt von Carl Reinecke. Reinecke war seines Zeichens Pianist und wurde, wie schon oben erwähnt, als «graziöser Mozartspieler» gepriesen. Allgemein vertrat er musikästhetisch eine konservative Position, wobei die Wiener Klassiker und vor allem Mozart selbst unverrückbare Vorbilder für ihn darstellten. Da er sich jedoch aufgrund seiner Zurückhaltung und Bescheidenheit nur begrenzt für eine Virtuosenkarriere auf dem Klavier eignete, wandte er sich auch der Komposition und dem Dirigieren zu. So wurde er von 1860–1895 Kapellmeister am renommierten Gewandhaus in Leipzig.

Sein Flötenkonzert in D-Dur erschuf er im Jahr 1908 und somit nur zwei Jahre vor seinem Tod, sowie lediglich fünf Jahre vor Debussys «Syrinx». Trotz des späten Entstehungsdatums ist das Konzert durch und durch romantisch komponiert. Neben dem Konzert gehören auch seine Undine-Sonate sowie die Ballade für Flöte und Orchester zum heutigen Standartrepertoire für Flöte.

Mitwirkende

Fabian Tschopp Flöte

 

Fabian Tschopp studiert zurzeit im Master Instrumentalpädagogik bei Anne-Laure Pantillon und Nicola Mazzanti (Piccolo). Neben einer regen Tätigkeit mit diversen Kammermusikensembles ist er Mitglied des Zentralschweizer Jugendsinfonieorchesters und spielt regelmässig auch in Jazz-Formationen. Seit 2016 ist er zudem als Flötenlehrer an der Musikschule Beinwil am See tätig. Wertvolle Inputs erhielt er in diversen Masterclasses, unter anderem bei Jasmine Choi, Sébastian Jacot, Sabine Poyé-Morel und Peter-Lukas Graf.

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Anna Gander Harfe

 

Anna Gander wurde 2002 in Stans geboren. Ab 2009 besuchte sie den Harfenunterricht an der Musikschule Stans, zuerst bei Anne-Martine Hofstetter und ab 2012 bei Rebekka Zweifel. Im Juni 2020 machte sie ihre Matura am Kollegium St. Fidelis in Stans. Seit September 2020 studiert sie an der Hochschule Luzern – Musik und erhält dort Harfenunterricht von Anne Bassand. Sie ist mehrfache Preisträgerin beim Rotary Musikpreis und hat dreimal im Finale des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs einen ersten Preis gewonnen (2014, 2016, 2018). Im August 2021 durfte sie im Rahmen der Talent Summer Courses in Brescia das Konzert für Flöte und Harfe von Mozart mit dem Master Orchestra spielen.

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Philipp Hutter Dirigent

 

Durch den Umzug aus der Schweiz nach Naumburg (D) kam Philipp Hutter an die Spezialschule für Musik in Halle. Er studierte bei Max Sommerhalder in Detmold und schloss seinen Master Solist bei Frits Damrow in Amsterdam und Zürich ab.

Philipp Hutter ist Preisträger diverser Wettbewerbe wie der «Yamaha Foundation of Europe», dem Lions Club Wettbewerb Deutschland sowie dem Bundeswettbewerb «Jugend musiziert». 2010 gewann er den Publikumspreis in der beim Preisträgerkonzert der Musical Olympus Foundation.

Als Solist spielte er in renommierten Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie, Salle Gaveau in Paris, Hermitage in St Petersburg, Wigmore Hall London, Tonhalle Zürich sowie dem KKL Luzern. Mit 23 Jahren gewann er das Probespiel in Luzern als Solo Trompeter.

Er wirkt weiter als Solist, als Kammermusiker in diversen Ensembles und gibt Meisterkurse an den Hochschulen von Sao Paolo (BR), Tallinn (EST), Medellin (CO), der Musikakademie Basel und der Hochschule Luzern – Musik. Ebenfalls ist er Coach des Verbier Festival Junior Orchestra.

Philipp Hutter spielte in renommierten Klangkörpern wie dem Concertgebouw Orchestra sowie dem Concertgebouw Brass Ensemble, der Tonhalle Zürich, dem Orchestre Suisse Romande, dem Opernhaus Zürich und diversen anderen Orchestern.

Zurzeit studiert Philipp Master Orchesterleitung an der Hochschule Luzern.

Als Dirigent arbeitete er bereits mit den Festival Strings Lucerne, dem Bucharest Symphony Orchestra und sein Debut im Kammermusikzyklus des Luzerner Sinfonieorchesters fand im November 2021 statt.

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Projektorchester der HSLU

 

Violine 1

Ayben Özdemir Konzertmeisterin

Seraina Jung

Omar Barone

Melanie Krebser

 

Violine 2

Diana Tobler

Michèle Rüegg

Anna Bydal

Clara Kost

 

Viola

Fabian Aschwanden

Bea Steinbach

Patrick Ackermann

Simone Steinmann

 

Cello

David Pfistner

Paulo Andrade

Anna Hausmann

Laura Walther

 

Kontrabass

Lucija Mrkonjić

Carol de Almeida

 

Flöte

Magdalena Popp

Daniel Alsina

 

Oboe

Anja Ebenhoch

Marina Zwimpfer

 

Klarinette

Charlotte Röttger

Julian Remund

 

Fagott

Fabian Grimm

Anna Bassetto

 

Horn

Gabriel Sieber

Nils Wiesli

Pere Andreu Gomez

Chai Peisan

Trompete

Juan Pablo Padilla

Valentin Lupp

 

Posaune

Zeno Schmidiger (nur 21.01.22)

 

Pauke

Joel Spitaleri

Moderation

Simon Haldemann